Sommerlicher Wärmeschutz im Holzbau

06.07.2021

Da eine Holzrahmenkonstruktion weniger thermische Speichermasse hat als Beton, erwärmen sich Holzbauten im Sommer während Hitzeperioden ohne wirksamen Wärmeschutz schneller. Und da die Länge und Häufigkeit der Hitzeperioden mit dem Klimawandel zunehmen, gewinnt diese Eigenschaft an Bedeutung. Mit geeigneten Konzepten und Massnahmen (aussenliegender Sonnenschutz, durchdachtes architektonisches Konzept, sowie darauf abgestimmtes Heiz-, Kühl- und Lüftungssystem) können aber auch äusserst energieeffiziente Gebäude in Holzbau oder Hybridbauweise entstehen, die den steigenden Temperaturen trotzen. Das Magazin First des Verbands Schweizer Holzbau-Unternehmungen holzbauschweiz zitiert in der aktuellen Ausgabe das Beispiel des Schulhauses Pfingstweid in Zürich-West (siehe Artikel anbei).

Im Artikel erklärt Matthias Schmid, unser Fachbereichsleiter Bauphysik, welche Vorteile die mangelnde thermische Speichermasse von Holz auch haben kann. So brauchen Betonbauten länger, bis sie wieder auskühlen, was insbesondere in der Nacht eine zusätzliche Wärmebelastung für die Umgebung bedeutet. Holzbauten speichern weniger Wärme, die entsprechend schneller abgegeben werden kann. Unser Team Bauphysik nimmt sich diesem Thema in einer laufenden Studie zur zukünftigen Umsetzung des sommerlichen Wärmeschutzes an. Die ersten Untersuchungen zeigen, dass der Holzbau in Kombination mit passiven oder semi-aktiven Kühlsystemen längere Hitzeperioden besser bewältigen kann und darum in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Wie andere Autoren im zitierten Artikel des Magazins First aufzeigen, hat der Holzbau dabei auch noch andere Vorteile, wie zum Beispiel die Gesamtbilanz der Treibhausgas-Emissionen.

Ihre Ansprechperson für Fragen der Bauphysik und des sommerlichen Wärmeschutzes: Matthias Schmid, m.schmid@prona.ch oder +41 32 328 88 57

Beispiel eines Hybridbaus (Holz und Beton): Erweiterungsneubau Schulhaus Sutz-Lattrigen (Bild: Prona AG)
Beispiel eines Hybridbaus (Holz und Beton): Erweiterungsneubau Schulhaus Sutz-Lattrigen (Bild: Prona AG)
Beispiel eines Holzbaus: Überbauung Waldacker in St. Gallen (Bild: Prona AG)
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